letzte Änderung: 19.01.2012

Chronik

Teil I - Gründung....... Joachim Schwinning & Team

Teil II - Wandel ..... Kurt Päplow

Teil III - Nach 1988........ Kurt Pohl 

++++++++++

Die Gründung 1863 . . . und danach

Die Vorgeschichte der Schützenvereine geht zurück bis ins Mittelalter, wo vor 800 Jahren die Schützengilden zum Schutze der Städte gegründet wurden.

Noch vor den Schicksalsjahren, die mit 1866 den Umschwung im Hannoverlande und mit 1870-71 den Krieg gegen Frankreich brachten, ist im Jahre 1863 der Schützenverein Lilienthal gegründet worden. Das geht aus den Akten hervor, die aus den ersten Jahrzehnten des Bestehens des Schützenvereins zwar nur spärlich vorhanden sind, die aber doch Bestimmtes über das Gründungsjahr aussagen, während ein genauer Gründungstag nicht festzustellen ist. Da greift man eben auf den traditionellen Termin des Schützenfestes zurück.

Ähnlich wie bei den Gründungen der Turnvereine - der Turnverein Lilienthal ist ein Jahr früher, 1862, ins Leben gerufen worden - sind es Wesenszüge einer inneren Sammlung gewesen, die durchs Volk gingen und zur Bildung von Gemeinschaften führten, die einer mit der wirtschaftlichen Entwicklung auftretenden Verflachung entgegenwirken. Was allein schon die Entwicklung des Verkehrswesens auseinanderbrachte, das zog die Menschen in den Vereinigungen zusammen. Schon 1861 war der Deutsche Schützenbund gegründet worden, der ebenso wie Turner und Sänger die Deutsche Einigung anstrebte und heute auf ein über 100jähriges Bestehen zurückblicken kann.

Über den eigentlichen Gründungsakt des Schützenvereins Lilienthal im Jahre 1863 liegt zwar keine besondere Urkunde vor, doch sind aus dem Nachlaß des Heinrich Behrens Akten vorhanden und Verträge, die auf das Gründungsjahr schließen lassen, während bestimmte Angaben aus alten Jahrgängen der "Wümme Zeitung" vorliegen. Das Blatt wurde zwar erst 1879 gegründet, berichtet dann aber laufend aus dem Schützenvereinsleben. So geht es aus dem Bericht über die mit dem Schützenfest am 26., 27.Juli und 2. August 1903 begangene Feier des 40jährigen Bestehens des Schützenvereins Lilienthal mit Fahnenweihe hervor, daß der Verein im Jahre 1863 von acht Einwohnern gegründet worden ist, von denen drei zur Jubelfeier 1903 noch lebten. -1863 wurde auch die Lilienthaler Sparkasse als Spar- und Leihkasse gegründet.

Neben dem geschriebenen und gedruckten Wort liegen noch mündliche Überlieferungen vor, die man auch gelten lassen sollte, selbst wenn sie schon in zweiter und dritter Generation weiter erzählt worden sind. Wenn wir den Ehrenpräsidenten, den heute im 71. Lebensjahre stehenden Schützenoberst Friede! Kreisensiek, der schon als Kind dem Schützenwesen zugetan war, aus seinen Erinnerungen erzählen hören, was hoffentlich beim Festkommers praktisch geschehen wird, läßt sich so manches zur Vereinsgeschichte ergänzen. So weiß Fr. Kreisensiek von seinem Vater Bernhard Kreisensiek, daß der 1863 amtierende Amtmann Grimsehl zu den Gründern des Lilienthaler Schützenvereins gehört haben soll, wenn er nicht gar der erste Gründer und vorläufige Vorzitzende selbst gewesen ist, worauf dann der Gemeindevorsteher Wilshusen an die führende Stelle getreten ist.

Vereins lokal ist in den 100 Jahren des Bestehens des Schützenvereins Lilienthal die Gaststätte Murken gewesen, die, selbst 233 Jahre in Familienbesitz, von Anfang an auch den Schieß- und Festplatz gestellt hat. Eine schriftliche Bestätigung finden wir erst in dem Contrakt, den der Schützenverein am 22. Februar 1889 mit dem Schützenwirt Murken abgeschlossen hat wegen Überlassung der Tanzbude und nötigenfalls des kleinen oberen Saales für Festlichkeiten. Es ist u.a. von der Schießhalle und den Scheibenständen die Rede, die demnach schon bestanden haben müssen. Für Benutzung wurde ein Betrag von 20,- Mark pro Jahr festgelegt. - Schon 1886 heißt es in einem Bericht vom Schützenfest unter Präsident Reiners: "Im Festzelt Vorträge durch die Sängergesellschaft des Herrn Lewertoff, Hannover. - Gegen 2 1/2 Uhr wurden seitens der Schützen die Gewehre beiseite gestellt und der Ball eröffnet. Sowohl das Festzeit wie auch der Murkensche Saal waren von Tanzlustigen gefüllt".

Mit dem Gastwirt Murken nicht zu verwechseln ist der Hofbesitzer Hermann Murken in Butendiek, dessen Hof heute im Besitze von Hans Stadtlander ist.

Der Name dieses Hofbesitzers Murken tauchte erst auf in einem Contrakt vom 19. September 1863 zwischen dem Hofbesitzer Carsten Hermann Barnstorff in Butendiek und dem Schützenverein Lilienthal. Danach erlaubt der Hofbesitzer C. H. Barnstorff dem Schv. zu Lilienthal das Schießen über sein, zur Zeit an H. Murken, Chr. Frahme und Küper Viohl verpachtetes Grundstück. Es heißt darin: "Sollte der Fall eintreten, daß dem C. H. Barnstorff auf seiner hinter der Scheibe liegenden Weide Vieh vom Schv. getötet oder verwundet wird, oder sonst etwas durch Schießen ruiniert wird, so wird ihm solches nach dem Wert erstattet. Unterschrieben worden ist der Vertrag von C. H. Barnstorff und für den Schützenverein von J. H. Wilshusen. Ein weiterer Contract ist dann noch vom Hofbesitzer Hermann Murken am 11. November 1863 abgeschlossen, wonach Murken dem Schützenverein zu Lilienthal von seiner an Barnstorffs Grundstück gelegenen Wiese sechs Quadratruthen auf die Dauer von fünf Jahren für den Pachtpreis von vier Crt. jährlich verpachtet. Der Schützenverein durfte auf diesem Platz einen Wall errichten und die Scheiben aufstellen. Dem H. Murken wird "für sich, seine Frau und die Kinder das unentgeltliche Besuchen der etwaigen Schützenbälle und Feste für die Dauer der Pachtzeit gestattet". Das gleiche Zugeständnis freien Eintritts hatte man auch dem C. H. Barnstorff und seiner Frau gemacht, die übrigens für die Erlaubnis des Schießens über ihren Grundstücken keine Vergütung bekamen. Die Verträge galten zunächst auf 5 Jahre. Im März 1889 ist dann ein Contract betreff. Erlaubnis zum Überschießen des Geländes zwischen den Grundbesitzern C. H. Barnstorff und Hermann Murken in Butendiek, H. Kohlmann und H. Harjes, Timmersloh mit dem Schützenverein Lilienthal auf 20 Jahre abgeschlossen worden.

Diese Verträge, die auch Einzelheiten über Rücksichtnahme bei der Ernte usw.
enthalten, waren schon erforderlich, denn insbesondere beim Vogelschießen flogen die Kugeln aus alten Vorderladern hoch ins Feld. Die Vögel waren auf Pfählen befestigt, die immerhin eine Höhe bis zu vier Metern hatten. Es soll sogar vorgekommen sein, daß verwegene Schützen der Versuchung erlagen, mit einer Scheibenbüchse auf den Vogel zu schießen. Die Geschosse flogen dann weit ins Wiesenland in Richtung Brauerei Falkenberg, Kutscher Behrens und Veerenmoor.

Ein Protokollbuch liegt aus den ersten Jahrzehnten des Vereinsbestehens nicht vor, daher sind Einblicke in die Vereinsgeschichte nur bruchstückweise und aus den Unterlagen von Zeitungsberichten möglich. So fanden wir eine Notiz vom Januar 1883, in der über eine gut besuchte Generalversammlung des Vereins berichtet wird. Einstimmig wiedergewählt wurden damals C. H. Barnstorff, 1. Olivet jun., Bokelmann und J. Wilshusen. Neu in den Vorstand trat J. C. Meister. Der "seitherige Commandeur" (Name nicht genannt) wurde Ehrenmitglied. Auch wurde von "seitherigen nicht unbeträchtlichen Schulden" gesprochen, die man auf 55,- Mark herabmindern konnte. Zum Schützenfest vom 11.17.6. dieses Jahres sollte das Festzelt überdacht sein. Im Bericht zum Schützenfest heißt es dann, daß der Festzug bei A. H. Harjes, Warf, beginnt. Schützenkönig war Gerhard Mohr, Lilienthal.

Einen Einblick in den Kreis der Teilnehmer gewähren die gemeldeten Ergebnisse auf der Festscheibe, wo folgende Namen benannt sind: Hollenbeck, Osterholz; H. Kellner, Borgfeld; G. Viohl, Lilienthal; G. Loddigs, Falkenberg; H. Wurthmann, Lilienthal; J.H. Wilshusen, Lilienthal; C. G. Hilken, Borgfeld; Meyerdierks, Falkenberg; H. Semken, Moorhausen; D. Plate, Scharmbeck.

Weiter heißt es: "Sehr erfreut war man nachmittags über das Erscheinen der Vorstandsmitglieder des Bremer Schützenvereins, welche bis gegen Mitternacht in unserer Mitte verweilten. Es zeigte sich, daß das freundnachbarliche Verhältnis dieser beiden Vereine ungeschwächt besteht".

Zur Nachfeier wird bemängelt, dass der Verein nicht genug "für Unterhaltung und Belustigung des übrigen Publikums auf dem Festplatz" Sorge getragen hat. Ein Karussell sei nicht dagewesen.

Groß ist die schon erwähnte Feier des 40jährigen Bestehens unter dem Vorsitz von J. C. Schorling im Jahre 1903 begangen worden. Bei Frahme wurden die Vereine empfangen. Erschienen waren die Schützenvereine Worpswede, Wörpedorf und Heidberg-Falkenberg. Aus Lilienthal kamen hinzu Kriegerverein, Turnverein und Gesangverein. Der Festzug bewegte sich zum Warf und zurück über den Konventshof zum Festplatz. Zur Fahnenweihe, die hier stattfand, sprachen Frl. Ida Kohlmann und Frl. Kleeberg, die Weiherede hielt C. A. Bächer. Herr C. Brüning, der "bei dem 1. größeren Schützenfest des Vereins im Jahre 1872" die Königswürde errang, ließ die seit dieser Zeit proklamierten Schützenkönige hochleben. Hermann Siedenburg jun. (1962 gestorben) wurde am 27.7.1903 Schützenkönig. König im Vorjahre (1902) war Christian Netzel (1959 gestorben).

Am 29. 3.1908 wurden (wahrscheinlich neue) Vereinssatzungen aufgestellt. Im Sommer ist ein neuer Scheibenstand gebaut worden, von dem der Ruinenrest noch heute zu sehen ist.

Das Jubiläumsjahr 1913, in dem der Verein sein 50jähriges Bestehen feierte, beginnt mit der Nachricht vom Ableben des Mitgründers und Ehrenmitgliedes Albert Viohl am 12. Jan. 1913. Mit schwarzem Anzug und Zylinderhut nahm der Vorstand an der Trauerfeier teil.

In der von 30 Mitgliedern besuchten Generalversammlung am 3. Febr. 1913 wurde das Programm für die Feier des 50jährigen Bestehens besprochen. So wie heute sollten auch damals alle Schützenvereine der Umgebung und die hiesigen größeren Vereine eingeladen werden. Am 1. Festtag, dem 27. Juli, sollte der Festzug möglichst alle Hauptstraßen des Ortes berühren. Das Programm des jährlichen Schützenfestes wurde dahin erweitert, daß am 2. Festtag, Montag, 28. Juli, das Schießen morgens um 9.30 Uhr beginnt und mittags ein Festessen stattfindet. Zu den üblichen Scheiben sollte noch eine Jubiläumsscheibe hinzukommen. Die besten Schützen sollen Erinnerungsmedaillen erhalten.

In der Generalversammlung am 9.Juli 1913 wird mitgeteilt, daß ein aus freiwilligen Gaben zusammengebrachter Geldbetrag die Anschaffung einer schweren silbernen Königskette ermöglicht habe, mit der alljährlich - zuerst im Jahre 1913 - der König geschmückt werden soll.

Später heißt es, daß mehr als 40 Geschenke dem Schützenverein zu seinem Jubiläum als Preise für die besten Schützen gespendet worden seien. Sie wurden ausgestellt im Schaufenster des P. Tiedemann. Der Bericht schließt mit der Parole für die Schützen: Mit sicherer Hand den Preis erringen, dem Vaterland mög's Segen bringen!

Von den Vereinsgründern war zur 50-Jahrfeier keiner mehr am Leben. Am Festzug nahmen teil die Schützenvereine Hüttenbusch-Vieh, Worpswede, Wörpedorf, Huxfeld, Heidberg-Falkenberg, ferner der Kriegerverein, der Gesangverein und der Turnverein Lilienthal. Schütze A. Bächer hielt die Festansprache, Schützenhauptmann war Ortsvorsteher Heinrich Behrens. Am 2. Festtage versammelten sich die Schützen im Kohlmannschen Gasthaus. Wie immer bei weihevollen Akten und Ehrungen im Vereinsleben ging auch die 50-Jahrfeier nicht ohne hübsche Ehrenjungfrauen vonstatten.

Auch das Jubiläum seines 75jährigen Bestehens feierte der Schützenverein Lilienthal in Verbindung mit dem Schützenfest. Wegen des Deutschen Turnfestes 1938 in Breslau, an dem fünf Lilienthaler Schützen teilnahmen, Wurden das Schützenfest und die Jubiläumsfeier verlegt auf den 7., 8. und 14. Aug. 1938.

Der Verein führte damals 41 aktive, 2 Ehren- und 20 passive Mitglieder.

Das Fest im fahnengeschmückten Lilienthal begann am Sonntag, 7. August, um 8 Uhr auf dem Schießstand. Ausgerichtet nach den seitens der neuen Regierung erlassenen Vorschriften mit den Verbänden, Schützen und Turnern. Mittags traten die Schützen zum Festzug mit Gewehr bei Melchers an, wo der Schützenkönig empfangen wurde. Vor Kummers Hotel erfolgte die Begrüßung der Kriegerkameradschaft und Schützenvereine aus Worpswede, Heidberg-Falkenberg, Wörpedorf, Fischerhude und Huxfeld. Die neue Fahne des Reichsbundes für Leibesübungen wurde erstmals im Umzuge mitgeführt. Bei der Feier am Denkmal vor der Kirche hielt Kreisschützenführer Meyer, Bremen, die Ansprache. Am Montag begann um 19 Uhr der offene Festabend und um 21 Uhr der Jubiläumsball. Hans Koch wurde zum König gekrönt. 8 Schützen erhielten Urkunden für langjährige Mitgliedschaft überreicht.

Im Jahre 1939 brach der Krieg aus, der das Schützenwesen langsam zum Erlahmen und schließlich zum Erliegen brachte, bis es sich nach dem Kriege erst allmählich wieder entfalten konnte.

(so berichtet in der Jubiläums-Festschrift im Jahre 1963)

*****

Der Schützenverein Lilienthal im Wandel der Zeit

Das Schützenwesen hat eine mehrere Jahrhunderte alte Geschichte nachzuweisen. Es gibt viele Schützengilden und -bruderschaften, welche sich zu den ältesten Schützenvereinigungen zählen.

In Preußen beginnen die Vorläufer bereits mit der Gründung der Berliner "Schützengilde zu Spandau 1334".

Der deutsche Schützenbund wurde 1861 in Gotha anläßlich des ersten deutschen Schützenfestes gegründet.

Zwei Jahre später wurde in Lilienthal der "Schützenverein Lilienthal von 1863 e.V." gegründet. Von den ersten Jahren des Bestehens sind die schriftlichen Nachweise nur spärlich vorhanden. Voller Stolz können wir aber noch die erste Vereinsfahne, die 1865 geweiht wurde, der Öffentlichkeit zeigen (s. Titelseite).

Die erste Bewährungsprobe hatte der Verein sicherlich in den Kriegsjahren 1870-1871 zu bestehen.

Aus dem Jahre 1903 liegt uns eine Original-Einladung an den Schützenverein Worpswede vor, der zum 40jährigen Bestehen eingeladen wurde. Weiterhin sind auch noch die Originale der Einladungen zum 50. und 75. Jubiläumsfest vorhanden.

Kriege haben immer tiefe Einschnitte im Vereinsleben hinterlassen. Das Schützenfest 1914 wurde nach der Kriegserklärung vom 2. August sofort abgebrochen. Viele Familien wurden in den folgenden Kriegsjahren getrennt und mußten große Opfer bringen.

Die Jahre nach Kriegsende forderten von den Schützen erneut vollen Einsatz.

So weist das Jahr 1929 große Bauaktivitäten des Vereins nach. Es wurden Anteilscheine zu je 50 Reichsmark zum Neubau der Schießhalle herausgegeben.

Die Kriegsjahre bis 1945 brachten für den Schützenverein eine Zeit vieler sinnloser Opfer und hinterließen große Lücken in den Reihen der Mitglieder. Diese Zeit sollte uns stets an die Bereitschaft zu Frieden und Verständigung untereinander ermahnen.

Der katholische Priester Dr. Peter Louis war einer der führenden Männer, welche den Alliierten ihre Zustimmung abgerungen haben, daß das Schützenwesen wieder seine Zulassung beantragen durfte.

So fanden sich auch in Lilienthal Männer, die den traditionsreichen Schützenverein Lilienthal erneut das "Gehen" lehrten. - Hierzu finden Sie an anderer Stelle dieser Chronik eingehende Ausführungen.

In den "Osterholzer Anzeigen" vom 30. März 1949 wird die Aufnahme des "Schützenverein Lilienthal e.V." im Vereinsregister unter Nr. 1 neu bestätigt.

Der erste Höhepunkt im Vereinsleben war dann das 100jährige Jubiläum im Jahre 1963.

1964 zeigten einige Schützenbrüder des Vorstandes Mut und Entschlossenheit sowie Weitsicht in der Vereinsführung. Es wurde das Areal des heutigen Schützenplatzes käuflich erworben.

In seinem Königsjahr 1974 hat dann Schützenbruder Hermann Haltermann die Initiative ergriffen und es wurde auf der nun vereinseigenen Anlage eine Luftgewehrhalle errichtet.

Unseren Verein verband in den folgenden Jahren immer mehr Tradition und Sport. Somit war eine solide Grundlage für alle interessierten Bürger gegeben.

In der Vereinsgeschichte ist der Name Borgfeld stets eng mit Lilienthal verbunden. Die Wümme und die Landesgrenze zu Bremen waren kein Hindernis, daß Borgfelder Bürger aktiv im Lilienthaler Schützenverein Mitglied waren. Diese Freundschaft und Verbundenheit brach auch nicht ab, nachdem 1957 in Borgfeld eine Schützengilde gegründet wurde. Im Gegenteil, Lilienthaler und Borgfelder Schützen pflegen seit vielen Jahren eine gute Kameradschaft - so sollte es auch in Zukunft bleiben.

Auf der Jahreshauptversammlung 1973 wichen die Lilienthaler Schützen von einer alten Tradition ab. Es wurde beschlossen, daß im Lilienthaler Schützenverein eine Damenriege gegründet werden soll. So können wir heute im Jubiläumsjahr stolz sein, daß unsere Schützenschwestern ihr 15jähriges Bestehen feiern.

Mit Unterstützung des Lilienthaler Spielmannszuges - unter Leitung von Friedel Urbrock - wurde 1973 eine Freundschaft mit den Schützen und Spielleuten von Hünfeld in der Rhön eingegangen. Wir können 1988 auf 15 Jahre freundschaftlicher Beziehungen zurückblicken. Mögen diese in den nächsten Jahren weiter gefestigt werden.

1977 waren es der Lilienthaler Schützenbruder Hans Aleff und der Norweger Musikant Jan Erik Nielsen, die sich über eine freundschaftliche Verbindung zwischen Sande-Norwegen und Lilienthal unterhalten haben. Bereits 1978 waren die Bande geknüpft und die "Vollblut-Musikanten" vom Musikkorps Sande traten in Lilienthal zum Schützenfest auf. Mit der Sprache mag es Schwierigkeiten geben, die Musik aber verbindet schnell. Es bestand somit auch bald eine Freundschaft zwischen den Musikanten aus Sande und dem Spielmannszug Lilienthal-Falkenberg.

Das große Wasser kann keine Freundschaft hindern und so fuhren die Schützen und Spielleute aus Lilienthal und die Musikanten aus Sande von Zeit zu Zeit über dieses hin und her. Wir freuen uns über die Verbindung und Freundschaft und möchten sie nicht missen. Das zehn jährige Jubiläum im Jahr 1988 wird sicherlich zur Erhaltung der Freundschaft beitragen.

Beim Aufhängen der Senioren-Ehrenscheibe im Hause des Schützenbruders Fritz Springer am 2. Februar 1979 wurde bei den Senioren der Wunsch laut, daß wir in Lilienthal eine Blaskapelle haben müßten. Somit sind die SeniorenSchützen die Paten des später gegründeten und schon über alle Grenzen hinaus bekannten Musikzuges Lilienthal.

Der Schützen-Park in Kennedy Blvd., North Bergen, New Jersey, in den Vereinigten Staaten, ist bei uns durch den dortigen Besuch einiger Lilienthaler Schützen bekannt geworden. Hier ist der Sitz vom ,,Amt Lilienthaler Verein", jener Deutschen und Lilienthaler Bürger, die ihre Heimat verlassen, aber nicht vergessen haben. Diese Behauptung wurde von den Freunden untermauert, die 1985 das 100jährige Bestehen des ,,Amt Lilienthaler Verein" mit den Freunden in der Heimat, den Schützen in Lilienthal, gefeiert haben. Es waren auch für uns unvergeßliche Stunden.

Wir freuen uns sehr, daß wir diese Freunde zu unserem 125jährigen Jubiläum in Lilienthal wieder begrüßen dürfen.

Wir wünschen eine gute, faire und kameradschaftliche Zusammenarbeit mit allen Vereinen der Gemeinde Lilienthal und darüber hinaus, in der nahen und weiteren Umgebung. Möge uns dieses Vorhaben gelingen.

Alle Vereine sind bei der Pflege von Tradition und Sport aufeinander angewiesen. Sie benötigen für ihr reges Vereinsleben die Bereitschaft ihrer Mitglieder zur Mitarbeit und Verständnis bei der gesamten Bevölkerung.

Es ist nur zu hoffen, daß die Vereinsmitglieder das richtige Wort finden und die Bevölkerung für uns ein offenes Ohr hat.

Wenn die Vereine auch bei Politikern und Verwaltung Gehör finden, steht einer Harmonie innerhalb dieses Bereiches unserer Gemeinde nichts im Wege.

Es bleibt zu hoffen, daß der Frieden in der Welt uns diese Harmonie und die Schützentradition aufrechterhalten und weiter pflegen läßt.

Kurt Päplow
1. Vorsitzender

*******

Nach dem Jubiläum (125 Jahre) 1988

Das wichtigste vorab:

Jubiläumskönig 1988 (125 J.) wurde : Klaus Dieter Meyer, Moorhauser Landstrasse

Jubiläumskönig 2003 (140 J.) wurde : Dieter Spieß, Pappelweg 1

1986   Die neue LG-Anlage wurde in Betrieb genommen. Die Jugend hat 27 Mitglieder.
Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier 125 Jahre Schützenverein Lilienthal laufen an.
Alle ehemaligen Schriftführer: Heinz Kämena, Joachim Schwinning, Anke Gosch und
Kurt Pohl erarbeiten die Festschrift.

1987   Der SVL besucht Sand/Norwegen. Der 1. Vorsitzende Kurt Päplow stellt das Fest-
programm für die Jubiläumsfeier vor. Schirmherr für das Fest ist Schützenbruder und Bürger-
meister Friedrich Wilhelm Raasch. Festredner wird Wilhelm Otten (Schützenbruder und 
Gemeindedirektor). Die Bückeburger Jäger haben ihr Kommen zum Festball zugesagt.
Feuerk, ein Volksmusikabend mit den Norwegern, Bierseidel und Bierdeckel sind geplant.
Die Festschrift mit fast 50 Seiten (ohne Werbung) ist fast fertig. Der 1. Vorsitzende und
der amtierende Schützenkönig Jürgen Kunze besuchen (fast) jede Veranstaltung und laden
zu unserem Jubiläum ein. Eine Aufgabe die zeitraubend und schwierig war ...... aber sie hat
sich gelohnt, Teilnehmer und Besucher kamen in Scharen.

1988   Das Jubiläum war ein voller Erfolg. Großer Dank an Jürgen Kunze und Kurt Päplow
für die vielen Ausmärsche und Veranstaltungen die sie besuchten und die Einladungen zu uns
aussprachen. Der 1. Vorsitzende bedankte sich bei allen Mitgliedern und Freunden für die
Vorbereitungen und Ausführungen zum Jubiläum. Die Feierlichkeiten endeten mit einem
Grillfest zusammen mit dem Jubiläumskönig Klaus Dieter Meyer. Das OVG Lüneburg hat am
20.04.1988 festgelegt: ab sofort muß das Festzelt wg. Lärmbelästigung im hinteren Teil
des Schützenplatzes aufgebaut werden.

1989   13.7.89 40 Jahre nach Gründung eine Festrede von Friedrich Wilhelm Raasch.
Das Königsschießen findet mit nur 4 Teilnehmern statt. Der Verein hat 255 Mitglieder.
Die Ausfahrt geht nach Prag. Ständige Teilnahme zum Festumzug in Wörpedorf be-
chloßen. Verabschiedung von Bürgermeister F. W. Raasch mit Zapfenstreich un
Fackelumzug.

1990   Der SVL fuhr mit 81 Teilnehmern nach Schwerin und Schönberg. Die Damenmannschaft
Ingrid Rühlemann, Sabine Tietjen und Christa Pohl steigen in die LG-Landesliga auf und
belegen in der ersten Saison Platz 3. Wegen eines Ölunfalls an der Krake, darf für den Betrieb der
Karussels nur Rapsöl verwendet werden.      

1991   Klaus Donner und Jörn Schneider nehmen an der Deutschen Meisterschaft teil. Eine
gemeinsame Kohlfarht mit Worphausen und Heidberg-Falkenberg findet im Jeddinger Hof statt.

1992   Kurt Päplow wird Ratsherr (parteilos). Fred Hansen wird in Armstorf Schützenkönig
eine Abordnung vom SVL besucht das dortige Fest.  

1993   Die Damenabteilung des SVL besteht 20 Jahre. 90 Mitglieder besuchen die Haupt-
versammlung. Reinhard Behrens wird Bezirkspräsident.Rudolf Stelljes gibt das Amt des
Holzvogelbauers an seinen Sohn Ralf ab.

1994   Kurt Päplow gibt seinen 10. Jahresbericht als Vorsitzender ab. Er erinnert an das
Kriegsende vor 50 Jahren.Klaus Donner wird mit dem Zimmerstutzen Vizelandesmeister
und nimmt an der DM teil. Die Damenabteilung besucht Amsterdamm. 

1995   Ab sofort hat die Damenabteilung eine Vize-Lilienträgerin. Zum Schützenfest findet ein
großer Zapfenstreich und Feuerwerk statt. Die Freilichtbühne nimmt aktiv am Festumzug teil.
400 Jahre Timmersloh wurde sehr gut besucht. Die Ausfahrt des SVL geht nach Budapest.

1996   Im Deutschen Haus findet ein Königsball aller EX-Könige statt. Kreissportbund OHZ wird
50 Jahre alt. Heidberg-Falkenberg wird 125 Jahre alt. Familie Stadtlander stiftet eine
Vize-Lilienträgerin-Kette.

1997   Ex Bürgermeister und Schützenbruder Friedrich Wilhelm Raasch ist verstorben. Der
45. NWDSB Schützentag findet in Osterholz-Scharmbeck statt. Jonny Otten, Grasberg, wird
Präsident. Die Vereinsausfahrt geht nach Rügen. Kurt Päplow tritt als 1. Vorsitzender zurück
und wird Ehrenvorsitzender. Der Verein hat z. Zt. keinen 1. Vorsitzenden mehr, Kurt Pohl
übernimmt kommissarisch den Posten.

1998   Die Damenabteilung wird 25. Ein neuer Wettbewerb, von Claus Reineke gesponsert,
heißt "König der Könige", alle EX-Könige nehmen teil.

1999   Eine ausserordentliche Hauptversammlung findet im August einen neuen 1. Vor-
sitzenden: Harald Kohlmann. Harald ist z. Zt. Schützenkönig  und übernimmt ab 1.1.2000
das Amt offiziell. Die Rahmenrichtlinien für das Königshaus sind neu überarbeitet worden.  

2000   Der Ehrenvorsitzende Kurt Päplow stirbt. Die Umstellung von DM auf € wird vollzogen.
Der Beitrag beträgt € 75,00.

2001   Ehrungen für Alfred Schneider (37 Jahre Vorstandsarbeit) Kurt Pohl (29 Jahre Vor-
standarbeit) und Stefan Lieske (10 Jahre Vorstandsarbeit). Jürgen Kunze wird Sportleiter.
Zum Frühjahrs- und Herbstschiessen gibt es ab sofort ein kalt/warmes Buffet. 

2002   Ehrenmitglied Heinz Kämena wird für 70jährige Mitgliedschaft geehrt. Vor dem Schützenfest
steht der KK-Stand nach starken Regengüssen unter Wasser. Dank an die Feuerwehr Lilienthal
für die Hilfe. Schützenkönig Herbert Müller läßt die Königskette auf eigene Kosten zu aller 
Zufriedenheit umbauen. Der Verein hat z. Zt. 232 Mitglieder. Die Jugendabteilung unternimmt
zusammen mit Der Jugend des Spielmannszuges eine Fahrt in den Heidepark Soltau.

2003     Harald Kohlmann tritt als 1. Vors. zurück, Wilfried Eickhoff wird der Nachfolger.
Satzungsänderungen werden von der Hauptversammlung akzeptiert. Der Verein wird
140 Jahre alt, ein Kommersabend vor dem Schützenfest war gut besucht. Die Damenabteilung
wird 30 Jahre jung. Ein Ehrenrat wird gewählt. Die Mitglieder heißen: Renate Krimmert,
Artur Bünz, Helmut Wellbrock.

2004   Ein Schaukasten am Schützenplatz zeigt alle Termine des Vereins an. Käti Schneider wird 
als erste Dame Ehrenmitglied im Verein. Eine Kohlfahrt findet bei Meyerdierks Garden statt.

2005   Marie Louise Schaps wird Landesalterskönigin im NWDSB. Eine neue Theke mit Bierzapfs-
anlage wird von Familie Israel erstellt. Neue Heizungsanlage, Sickerschächte und Mängel
an der Schießanlage werden repariert bzw. erneuert.

2006   Kurt Pohl wird nach geheimer Wahl 1. Vorsitzender. Die Schausteller weigerten sich Platzgeld zu zahlen. Der Verein hat 197 Mitglieder. 

2007  Das Ehepaar Schaps stiftet Ketten für die Jugend (Herbst- und Frühjahrskönig) Günter Sieber wurde Schütze des Jahres. Neuer 10-Jahresvertrag mit der Festwirtsfamilie Israel wurde abgeschlossen. Der Schützenverein ist unter www.schuetzenverein-lilienthal.de im Internet zu finden.
Neue Beiträge sind ab sofort fällig. Am Jahresende hat der Verein 209 Mitglieder.

2008  Jahreshauptversammlung erstmals im Borgfelder Landhaus. Rainer Kletschke wird 2. Vorsitzender (gleichberechtigt mit Harald Kohlmann). Julia Tietjen wird Schriftführerin.
Die Hauptversammlung beschließt, nur noch an 3 Tagen Schützenfest. Der Freitag entfällt.
Hochwasser und Einbruchsversuch im Januar 2008. Harald Kohlmann scheidet aus, dafür wird
auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Udo Reineke zum 2. Vorsitzenden gewählt. Fahnenträger wird Thorben Meyer (Konventshof).

2009 Jahreshauptversammlung wiederum im Borgfelder Landhaus. 52 Teilnehmer. Der Verein hat z. Zt. 209 Mitglieder, davon 51 Damen. Der 1. Vorsitzende Kurt Pohl wird einstimmig (ohne Gegenkandidat) wiedergewählt. Ebenso Anneliese Meyer (Schatzmeister), Jürgen Kunze (Sportleiter), Jutta Spieß (Damenleiterin) und Rainer Kletschke (Materialverwalter). Neu im Vorstand sind Marianne Müller (stellvertrene Damenleiterin), Heike Kletschke (2. Sportleiter) und Johanna Schnaars (3. Jugendwartin).

Januar/Februar: mit dem Musikzug Lilienthal wurden Gespräche aufgenommen, Ziel (z.Zt. VISION) ist es
ein Vereinsheim und eine Veranstaltungshalle zu bauen. Ca. 2000qm gibt der SVL an den Musikzug Lileinthal auf Erbpachtbasis ab. Bauherr wird der Musikzug sein. Leider hat sich diese "Vision"  zerschlagen und musste  aufgegeben werden.

Juli: Zum erstenmal ohne Familie Stummer. Kleineres Zelt und weniger Schausteller anwesend. Zum erstenmal wieder schwarze Zahlen.

2010 JHV im Borgfelder Landhaus. 58 Teilnehmer Der Verein hat 205  Mitglieder (24/48/133).Eine Umlage zum 150jährigenJubiläum im Jahre 2013 wird beschlossen, jedes Mitglied zahlt 10EURO pro Jahr bis 2013. Diese Summe wird benötigt  um enstehende Kosten (Musik, Chronik und sonstige Veranstaltungen zu finanzieren) Sollte ein Betrag übrig bleiben entscheidet die JHV 2014 über diese Summe. Falls ein Minus entsteht entscheidet die JHV 2014 wie weiter verfahren wird.

2011 JHV im Borgfelder landhaus. 50 Teilnehmer. Der Verein hat 198 Mitglieder /18/47/133). Neuer Schatzmeister Wilfried Meyer (Saatmoor). Neue Damenleiterin Heike Kletschke.
Ges.-Vor-Versammlung vom 7.4.2011=alle Vorstandsmitglieder tragen silberne geflochtene Schulterstücke und alle Ehrenmitglieder tragen goldene geflochtene Schulterstücke. Die Mitglieder des Gesamtvortsandes tragen einfache silberne Schulterstücke.
Der Spielmannszug Lilienthal/Falkenberg von 1951 feiert auf dem Schützenplatz in Lilienthal seinen 60. Geburtstag, Zapfenstreich im Amtsgarten.
Festwirt und Ehrenmitglied Horst Israel ist am 20.08.2011 verstorben, Beerdigung am 25.8.2011 .

2012 JHV im Borgfelder Landhaus. 48 Teilnehmer, Der Verein hat 192 Mitglieder 130/46/16 .
Der 1. Vors. Kurt Pohl wird für 2 Jahre wiedergewählt (3 Gegegnstimmen), danach muss ein neuer Vorsitzender gefunden werden. Schatzmeister Wilfried Meyer und Materialverwalter Rainer Kletschke werden für weitere 3 Jahre gewählt. Henrich Tiest wird als 3. Mitglied (zusammen mit M. L. Schaps und Helmut Wellbrock) in den Ehrenrat gewählt, nachdem Arthur Bünz den Verein verlassen hat. Für die neu zu bildende Jugendabteilung sollen neue, modernere Luftgewehre angeschafft werden. Die Vorbereitungen für das Jubiläum 2013 sind in vollem Gange.